Sie grassiert seit geraumer Zeit schon im Baltikum; Polen und Rumänien sind schwer betroffen und seit relativ kurzer Zeit auch unsere unmittelbare Nachbarschaft in Tschechien und Belgien – die Afrikanische Schweinepest (ASP). Für den Menschen ist das Virus ungefährlich, auch der Verzehr von Schweinefleisch ist gesundheitlich unbedenklich. Für Haus- und Wildschweine ist die ASP jedoch eine tödliche Krankheit. Die Übertragung und Weiterverbreitung kann direkt von Tier zu Tier erfolgen oder über kontaminierte Gegenstände. Nicht ordnungsgemäß entsorgte Speiseabfälle aus nicht gegarten Schweineprodukten (z.B. Salami und Schinken) können eine mögliche Infektionsquelle darstellen.

 

Es ist dringend geboten, die Einschleppung der ASP so gut wie möglich zu vermeiden und dem vorzubeugen. Darum wurde über die Bayerische Staatsregierung ein Rahmenplan zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest aufgestellt. Mit dessen Hilfen sollen verschiedene Verwaltungsebenen bei Präventionsmaßnahmen unterstützt werden.      
Der Landkreis kommt den vorgeschriebenen Präventionsmaßnahmen nach. In enger Absprache mit möglichen Beteiligten erstellt das Veterinäramt schon jetzt Pläne für einen möglichen Krisenfall und trifft Vorkehrungen.

„Auch wenn die Präventionsmaßnahmen nach Ernstfall klingen, ist uns wichtig zu betonen, dass wir diesen derzeit nicht haben. Wir wollen niemanden beunruhigen, ganz im Gegenteil. Wie alle anderen Landkreise kommen wir unserer Pflicht nach, indem wir vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Wichtig ist, dass Jägerschaft, Tierhalter und die Bevölkerung über das Thema und v.a. die Übertragung informiert sind“, so Landrat Thomas Bold.

 

Und so sieht die Vorgehensweise im Fall der Fälle aus: Wird ein verendetes Wildschwein gefunden, wird dieses beprobt und an das Veterinäramt gemeldet. Diese Aufgabe übernehmen die Jäger/innen im Landkreis. Zudem wird die Fundstelle für andere Wildschweine „unattraktiv“ gemacht – indem z.B. Farbe versprüht wird oder flatternde Bänder angebracht werden. Dadurch meiden andere Tiere den Ort; das Ansteckungsrisiko sinkt. 

Bestätigt sich der Verdacht, greifen die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen: Die Bergung des Tiers wird vorgenommen. Das übernehmen im Landkreis Bad Kissingen Mitarbeiter der Straßenmeisterei. Die Mitglieder der „Bergungsteams“ wurden speziell durch das Veterinäramt geschult. Auch für diesen Zweck wird demnächst ein entsprechend eingerichteter Transportanhänger beschafft, um das Tier vom Fundort in die Verwahrstelle zu verbringen.         
Von diesen Verwahrstellen gibt es im Landkreis zwei an der Zahl. Diese befinden sich momentan bei der Außenstelle der Straßenmeisterei in Unterleichtersbach und – auch bei der Straßenmeisterei – in Oerlenbach.  
Die Verwahrstelle in Unterleichtersbach ist bereits fertig eingerichtet und befindet sich derzeit im „Ruhemodus“. Daher kann der Platz ringsum auch problemlos für die Belange der Straßenmeisterei genutzt werden.       
Eine zweite Verwahrstelle kann entweder bei der Straßenmeisterei Oerlenbach zeitnah eingerichtet werden, oder aber an einen geeigneten Ort im Landkreis in die Nähe des Krisengeschehens transportiert werden. Damit steht im Bedarfsfall eine zweite Möglichkeit zur Aufbewahrung der tot aufgefundenen Tiere bis zur Abholung bereit.

Vor Ort werden dann auch die benötigten Materialien für die Bergung gelagert. Dazu gehören z.B. Schutzkleidung, Verpackungsmaterial oder Desinfektionsmittel. Die Tierkadaver werden dann über den TKVU entsorgt.       

Sowohl bei Auffinden, Bergung und Verwahrung gilt: Die Vermeidung einer Erregerverschleppung ist oberstes Gebot. Deswegen muss das Bergepersonal speziell eingewiesen und ausgestattet werden.        
„Die frühzeitige Beschaffung einer geeigneten Ausstattung für die Verwahrstellen zu diesem Zeitpunkt war notwendig – auch wenn es in ganz Deutschland noch keinen ASP-Fall gab. Jedoch sind die Lieferfristen für das benötigte Material recht lang. Im Krisenfall könnte sich eine spontane Bestellung also schwierig gestalten oder das Material schnell knapp werden“, betont Veterinäramtsleiter Dr. Thomas Koy.

 

Parallel laufen derzeit Infokampagnen für Jäger, Landwirte und Tierhalter zur Thematik Biosicherheit und Früherkennung in Form von Vorträgen, Anschreiben und diversen Medien.


Weitere Infos finden Sie hier:

·         http://www.stmelf.bayern.de/landwirtschaft/tier/017243/index.phpexterner Link

·         https://www.stmuv.bayern.de/themen/tiergesundheit_tierschutz/tiergesundheit/krankheiten/asp/index.htmexterner Link

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