Der milde Winter, ein vergleichsweise warmes und trockenes Frühjahr, sowie die teilweise verzögerte Aufarbeitung des Fichten-Schadholzes aus dem Sturmtief Mitte Februar diesen Jahres haben die Vermehrung des Borkenkäfers begünstigt. Die anhaltend trockene und warme Witterung trägt ihr Übriges dazu bei, dass sich der Borkenkäfer nach einem verhältnismäßig ruhigen Frühjahr nun explosionsartig vermehrt. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten warnt daher eindringlich vor einer Massenvermehrung des Borkenkäfers.

Bitte beachten Sie, dass Sie als Waldeigentümer zur regelmäßigen Kontrolle und zur unverzüglichen Aufarbeitung sowie Abtransport des Käferholzes inklusive des Kronenmaterials verpflichtet sind, um einen Befall gesunder Bäume im Umfeld zu verhindern. Informieren sie gegebenenfalls auch benachbarte Waldbesitzer.

Da die Holzabfuhr aktuell stockt, muss befallenes Holz auf Lagerplätze verbracht werden, die sich in einer Entfernung von mindestens 500 m zum nächsten Fichtenbestand befinden. Alternativ können die Bäume auch entrindet werden. Kronenmaterial sollte gehäckselt werden. Die Beseitigung von Brutmaterial durch Verbrennen ist nur bei feuchter Witterung erlaubt!

Hinweise auf einen Borkenkäferbefall sind u.a.: frisches Bohrmehl am Stammfuß, Spechtabschläge an der Rinde sowie zahlreiche Harztropfen im Stammbereich. Außerdem weisen abfallende Rinde bei z.T. noch grüner Krone, sowie sich rot verfärbende Kronenbereiche auf einen Borkenkäferbefall hin. Momentan ist zu beobachten, dass vermeintlich nicht befallene Bäume innerhalb weniger Tage reagieren und die Rinde verlieren und/oder sich die Nadeln rötlich verfärben. Bitte prüfen Sie Ihre Flurstücke daher sorgfältig und möglichst im dreiwöchigen Turnus, auch im Sinne Ihrer angrenzenden Flurnachbarn.

Borkenkäfer überwintern unter der Rinde und im Boden, wo Sie mühelos Temperaturen bis minus 30 Grad über einen längeren Zeitraum überstehen können.

Nur die gründliche Aufarbeitung und Entfernung von Fichten-Schadholz erhöht die Chancen im kommenden Jahr mit einer geringeren Borkenkäferpopulation und damit weniger Schadholz rechnen zu können.

Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren zuständigen Förster („Försterfinder“):

https://www.stmelf.bayern.de/wald/waldbesitzer_portal/025776/index.php

Weitere Hintergründe zu Suche und Aufarbeitung finden Sie auch unter: https://www.stmelf.bayern.de/wald/waldschutz/borkenkaefer/index.php

  

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