Ausgangssituation, rechtliche Grundlagen:
Buchdrucker und Kupferstecher haben in großer Anzahl als Larven oder erwachsene Käfer unter der Rinde befallener Fichten bzw. in der Bodenstreu überwintert. Mit steigenden Temperaturen (ab ca. 16° C) schwärmen die Käfer aus und befallen neue Fichten.
Die Regierung von Unterfranken hat alle Nadelwälder zu Gefährdungs- und Befallsgebieten für Borkenkäfer erklärt, die der Waldbesitzer zwischen April und Oktober mind. einmal monatlich auf Befall mit Buchdrucker und Kupferstecher kontrollieren muss.

Befallsmerkmale:
- Braunes Bohrmehl auf der Rinde, auf Spinnweben und am Stammfuß
- Einbohrlöcher und Harztrichter, Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm
- Grüner Nadelteppich auf dem Boden – vor allem bei Dürre
- Rindenspiegel (helle Rindenflecken) durch Spechtschlag
- Rote Kronenverfärbung oder lichte Kronen

Aufarbeitung:
„Saubere Waldwirtschaft!“
- Befallene Fichten müssen eingeschlagen und entrindet oder aus dem Bestand abgefahren werden.
- Im Wald liegendes bruttaugliches Material muss entfernt oder unschädlich gemacht werden (durch Mulchen, Hacken oder Kleinschneiden). Verbrennen ist nur bei feuchter Witterung und nach Information der Behörden möglich.
- Bei hoher Kupferstecherdichte sind auch Kronenteile und Resthölzer zu beseitigen.

Förderung (1) insektizid freier Aufarbeitung:
Das Schadholz ist insektizidfrei waldschutzwirksam aufzuarbeiten oder zu lagern. Dies bedeutet die vollständige mechanische Behandlung des Holzes, die die weitere Entwicklung der Käfer(-larven) wirksam unterbindet.
Gefördert wird die:
Vorbereitung der Aufarbeitung                                                                    5 € / fm
in Verbindung mit (i. V. m.) Verbringen auf ein Zwischenlager (2)              12 € / fm
i. V. m. maschineller Entrindung                                                                 10 € / fm
i. V. m. manuellem Entrinden                                                                      20 € / fm
i. V. m. maschineller Waldrestholzaufarbeitung                                          10 € / fm
i. V. m. manueller Waldrestholzaufarbeitung                                               15 € / fm
i. V. m. Eigennutzung                                                                                  10 € / fm
(1) Die Bagatellgrenze beträgt 500 €; Sammelanträge mehrerer Waldbesitzer sind möglich.
(2) Der Lagerplatz muss 500 Meter vom nächsten Nadelwald entfernt und von der Forstverwaltung anerkannt sein.

Antragstellung, Beratung, weiterführende Literatur:
Zur Antragstellung und Beratung wenden Sie sich bitte bereits vor der Aufarbeitung an ihren zuständigen Förster; eine Förderung ist mit Ausnahme bei Gefahr im Verzug nur möglich, wenn vorab eine schriftliche Bewilligung vorliegt.

Weitere Info im Borkenkäferinfoportal der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.

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